Eine neue Website soll klarer aussehen, schneller funktionieren und bessere Anfragen ermöglichen. Bei der Planung steht deshalb oft zuerst die neue Startseite im Mittelpunkt. Für einen sicheren Relaunch ist jedoch eine andere Ansicht genauso wichtig: die Liste der Seiten, über die Menschen heute bereits einsteigen. Eine Leistungsseite kann unscheinbar wirken und trotzdem häufig der erste Kontaktpunkt für passende Interessierte sein. Wird ihre Adresse ohne Planung entfernt, landen alte Links möglicherweise im Leeren.
Eine Garantie für unveränderte Platzierungen gibt es dabei nicht. Google weist darauf hin, dass sich Rankings bei größeren Website-Änderungen während des erneuten Crawlens und Indexierens verändern können. Eine saubere Vorbereitung hilft, vermeidbare Unterbrechungen beim Auffinden und Aufrufen der Seiten zu reduzieren. Sie macht zudem sichtbar, welche Inhalte wirklich einen neuen Platz brauchen.
Erst den Bestand erfassen
Beginnen Sie mit einer einfachen Liste. Eine Zeile steht für eine vorhandene URL. Notieren Sie Seitentitel, Thema, wichtigste interne Links und den Zweck der Seite. Ergänzen Sie, soweit verfügbar, Daten aus der Search Console und Ihrer Webanalyse: Welche Seiten erhalten Suchklicks? Auf welchen Seiten beginnen Besuche? Von welchen Seiten kommen sinnvolle Anfragen? Auch extern verlinkte Seiten und Adressen in E-Mail-Signaturen, Anzeigen oder gedruckten Materialien gehören in die Prüfung.
Nicht jede alte URL muss als eigene Seite bestehen bleiben. Entscheidend ist, welche Frage sie beantwortet. Zwei sehr ähnliche Seiten können zusammengeführt werden; eine stark nachgefragte Fachseite kann weiterleben und inhaltlich verbessert werden. Die neue Navigation darf anders aussehen, während wichtige Einstiegsseiten weiterhin zur Suchabsicht passen.
Die Google-Anleitung für Website-Umzüge (öffnet in neuem Tab) empfiehlt bei URL-Änderungen eine Zuordnung von alten zu neuen Adressen. Dieses URL-Mapping ist mehr als eine technische Liste: Es verlangt eine redaktionelle Entscheidung für jede relevante Seite.
Drei Entscheidungen pro alter URL
Behalten
Wenn eine Seite weiterhin eine eigene Aufgabe erfüllt, kann die Adresse bestehen bleiben. Inhalt und Gestaltung lassen sich trotzdem erneuern. Das erspart Menschen mit gespeicherten Links einen Umweg.
Passend weiterleiten
Ändert sich die Adresse, braucht die alte URL ein neues Ziel mit vergleichbarem Inhalt. Google empfiehlt nach Möglichkeit dauerhafte serverseitige Weiterleitungen und rät von Ketten mehrerer Umleitungen ab. Eine alte Leistungsseite pauschal auf die neue Startseite umzuleiten, beantwortet die ursprüngliche Frage meist nicht. Wenn ein Thema bewusst mit einem anderen zusammengeführt wird, kann eine gemeinsame, tatsächlich passende Zielseite sinnvoll sein.
Entfallen lassen
Manche Inhalte sind überholt und haben keinen sinnvollen Nachfolger. Dann sollte die alte URL einen passenden Fehlerstatus liefern, statt auf eine thematisch unpassende Seite umzuleiten. Dokumentieren Sie diese Entscheidung, damit sie beim Test nicht wie ein Versehen aussieht.
Ein kleines Mapping-Beispiel
Die folgenden Adressen sind fiktiv. Das Beispiel zeigt die vier Angaben, die Sie für jede alte Seite festhalten können: bisherige URL, Entscheidung, neues Ziel und Teststatus.
- /leistungen/webdesign/: Behalten. Neues Ziel: dieselbe URL. Test: Seitentitel, Inhalt, Kontaktweg und Canonical prüfen.
- /alte-wordpress-hilfe/: Weiterleiten. Neues Ziel: /neue-wordpress-seite/. Test: dauerhafte Weiterleitung direkt auf die passende Zielseite.
- /aktion-2023/: Entfallen lassen, wenn kein passender Nachfolger existiert. Neues Ziel: keines. Test: erwarteten Fehlerstatus prüfen.
Ergänzen Sie in Ihrer eigenen Liste eine verantwortliche Person und den Zeitpunkt des Tests. Dieselbe Zuordnung sollte beim Aufbau, beim Start und bei der späteren Kontrolle verwendet werden.
Inhalte und Kontaktwege mit umziehen lassen
Eine Weiterleitung allein ersetzt keine Inhaltsplanung. Prüfen Sie auf der neuen Zielseite Überschrift, wesentliche Aussagen, Bilder, Handlungsaufforderung und Kontaktweg. Wer bisher über eine Seite zu einer konkreten Dienstleistung eingestiegen ist, sollte diese Dienstleistung auf der neuen Website ohne Umwege wiederfinden.
Auch interne Links gehören aktualisiert. Menüs, Blogbeiträge, Referenzen und Buttons sollen direkt auf die neuen Adressen zeigen, statt dauerhaft über alte Weiterleitungen zu laufen. Google nennt die Aktualisierung interner Links, der Canonical-Angaben und der Sitemap als Vorbereitung einer URL-Migration. Ein Canonical-Element signalisiert eine bevorzugte Adresse bei gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten; es ersetzt keine passende Weiterleitung für eine tatsächlich verschobene Seite. Google kann trotz gesetzter Canonical-Angabe eine andere URL wählen.
Weitere Zugangs- und Kontaktwege sind wichtig: Funktionieren Kontaktformulare? Kommt eine Anfrage an? Führen bestehende Anzeigen zu einer passenden Seite? Sind Telefonnummer, Standort und gegebenenfalls Öffnungszeiten dort richtig, wo Menschen sie erwarten? Solche Prüfungen gehören zur Abnahme, auch wenn sie in einer klassischen URL-Liste nicht sichtbar sind.
Vor dem Umschalten testen, danach beobachten
Erstellen Sie aus dem Mapping eine Testliste mit den wichtigsten Einstiegsseiten. Rufen Sie jede alte URL auf und prüfen Sie das Ziel. Öffnen Sie wichtige neue Seiten direkt und auf dem Smartphone; prüfen Sie auch die Bedienung mit der Tastatur. Kontrollieren Sie Seitentitel, interne Links, Canonical-Angaben und Formularwege. Die neue Sitemap sollte die gewünschten neuen URLs enthalten. Google weist darauf hin, dass eine eingereichte Sitemap ein Hinweis ist und keine Indexierung garantiert.
Nach dem Start endet die Arbeit nicht. Prüfen Sie Aufrufe nicht erreichbarer Seiten, die Indexierungsberichte der Search Console und die Entwicklung der wichtigsten Landingpages. Manche Veränderungen entstehen durch die erneute Verarbeitung der Seiten; andere zeigen eine fehlende Weiterleitung, eine versehentliche Indexierungssperre oder eine unpassende Zielseite. Dokumentieren und korrigieren Sie Auffälligkeiten mit derselben URL-Liste.
Ein Relaunch kann die Website deutlich verbessern. Er wird belastbarer, wenn die bisherigen Zugänge zur Website Teil der Planung sind. Dafür reichen am Anfang drei Dinge: ein Inventar relevanter URLs, eine klare Entscheidung je Seite und ein Testplan für die ersten Tage nach dem Start.
Sie planen eine neue Website? Für ein erstes Gespräch helfen die bisherige Website-Adresse, Ihr Ziel und ein grober Zeitrahmen. Relaunch besprechen. Für den Leistungsrahmen finden Sie weitere Informationen zu Webdesign und Relaunch sowie zu WordPress und Migration.
Quellen und Transparenz
Die verlinkten Google-Anleitungen wurden am 7. Oktober 2026 geprüft. Die URL-Beispiele sind fiktiv; der Beitrag beschreibt eine fachliche Vorgehensweise und keine Ergebnisse eines Kundenprojekts.
